Körperkolumne Teil 9 - Unser Gehör

Wir, unser Körper und Geist, sind ein wahrhaftiges Meisterwerk. Wir als Menschheit sind weit davon entfernt die Komplexität unseres Körpers wirklich zu verstehen, so durchdacht und ineinander verwoben wurden wir von der Natur kreiert.


Wie oft kritisieren wir unseren Körper, beschweren uns über ihn oder kämpfen gegen ihn an: die enge Hose, die nicht passt, der Pickel im Gesicht oder einfach die Tatsache, dass unser Körper nicht endlos Höchstleistung bringen kann.


Dabei ist eins außer Frage: unser Körper ist Loyalität in Person, denn so lang wir leben, arbeitet unser Körper IMMER für uns.

Heute geht es um unser Gehör.

Wir haben es wohl alle schonmal erlebt, dass wir unseren Körper und dessen Funktion erst wirklich zu schätzen lernen, wenn etwas nicht mehr so rund läuft.

Mir ging es vor einigen Wochen so mit meinem Gehör und erst da wurde mir richtig bewusst, wie bedeutsam es ist meine Umgebung durch meinen Gehörsinn wahrzunehmen. Darum schreibe ich heute über unsere Ohren. Wenn man sie genau anschaut, sehen sie tatsächlich etwas lustig aus, vielleicht sind sie deshalb ein weitaus unterschätzter Teil unseres Körpers.

Im Ohr vereinen sich zwei Sinne: der Gehörsinn und der Gleichgewichtssinn.

Unsere frühesten Vorfahren konnten sich nur durch den Letzteren orientieren, das Hören hat sich in der Evolution erst später durchgesetzt. Glück gehabt! Denn Hören wie ich feststellen durfte, ist überlebenswichtig. Es macht Dinge in unserer Umgebung erkennbar, bevor wir sie sehen. Und das mit einer wahnsinnigen Präzision - bis auf 2 Grad genau können wir die Richtung eines Geräusches bestimmen!

Vielleicht erklärt das auch, warum diese zwei Sinne die ersten beiden funktionsfähigen des Menschen während seiner embryonalen Entwicklung sind. Du konntest also schon früh in Mamas Bauch ihre Stimme und ihren Atem hören sowie zu ihrer Lieblingsmusik tanzen!

Aber wie funktioniert der Spaß?

Wir hören, wenn unser Körper mit einem ausgeklügelten Verfahren Schallwellen, also Luft in Bewegung,in elektrische Nervenimpulse umwandelt.

Die Wellen bringen unser Trommelfell zum Vibrieren, was ein Trio der kleinsten Knochen unseres Körpers in Bewegung versetzt. Durch sie gelangen die Schwingungen zur Hörschnecke, wo sie in elektrische Impulse umgewandelt und durch den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet werden.

Der Frequenzbereich, in dem wir hören ist übrigens etwa 10 mal so groß wie der, in dem wir sehen und lässt uns etwa 400.000 Töne unterscheiden.

Also, mach mal die Augen zu und nimm deine Umgebung nur durch deinen Hörsinn wahr!

In diesem Sinne: auf das Wunder, das du bist!


- Jella Lorenz