Körperkolumne Teil 5 - Die Haut


Wir, unser Körper und Geist, sind ein wahrhaftiges Meisterwerk. Wir als Menschheit sind weit davon entfernt die Komplexität unseres Körpers wirklich zu verstehen, so durchdacht und ineinander verwoben wurden wir von der Natur kreiert.

Wie oft kritisieren wir unseren Körper, beschweren uns über ihn oder kämpfen gegen ihn an: die enge Hose, die nicht passt, der Pickel im Gesicht oder einfach die Tatsache, dass unser Körper nicht endlos Höchstleistung bringen kann.

Dabei ist eins außer Frage: unser Körper ist Loyalität in Person, denn so lang wir leben, arbeitet unser Körper IMMER für uns.

In der Körperkolumne tauchen wir jeden Monat kurz, knackig und tief in deinen Körper ein, damit du dich erinnern darfst: Du bist ein Wunder der Natur!


Heute geht es um deine Haut.

Unserer Haut widmen wir uns meist nur, wenn sie trocken ist, ein dicker, roter Pickel am Tag des ersten Dates auf der Stirn vor sich hin strahlt oder wir zu lange in der Sonne lagen und aussehen wie Jacques die Krabbe. Was unsere Haut aber in Abwesenheit unserer Aufmerksamkeit für uns tut, bleibt meistens im Verborgenen.


Die Haut ist mit einer Spannweite von durchschnittlich 1,7 m2 unbestritten das größte Organ des menschlichen Körpers und wiegt bei einem Erwachsenen zwischen 8% und 20% des Körpergewichts. Als multifunktionelles Organ übernimmt sie eine Bandbreite an Aufgaben ohne die wir, im wahrsten Sinne des Wortes, schlecht aussehen würden.


Als Verbündeter des Immunsystems ist unsere Haut die allererste Barriere, die unseren gesamten Körper vor biologischen, chemischen und mechanischen Eindringlingen aus der Umwelt schützt - das fängt bei unerwünschten Viren und Bakterien an und hört beim Stachel im Finger auf. Diese Schutzbarriere ist allerdings keine Einbahnstrasse, denn die Haut ist ebenfalls ein bedeutendes Entgiftungsorgan und wird in der Naturheilkunde nicht umsonst die dritte Niere genannt. Wäre die Haut nicht da, würde unser Immunsystem im Burnout landen.


Weiterhin spielt deine Haut eine wahnsinnig wichtige Rolle bei der Thermoregulation. Der Schweiß, der über gleichnamige Schweißdrüsen in der Haut ausgesondert wird und der übrigens genau genommen geruchslos ist, dient tatsächlich dazu unseren Körper zu kühlen und in einer für alle biomechanischen Prozesse optimalen Temperatur zu halten. Das Gegenteil macht übrigens die Gänsehaut, sie hält uns muckelig warm.


Ein weitere unabdingbare Eigenschaft unserer Haut ist die Ergründung unserer Umgebung. Als größtes von fünf Sinnesorganen besitzt die Haut über deinen gesamten Körper verteilt Rezeptoren, die wie kleine Radioantennen Informationen aus deiner Umwelt wahrnehmen und ans zentrale Nervensystem weiterleiten. Hier werden sie wahrgenommen, ausgewertet und es werden Reaktionen auf den Reiz veranlasst. Babies lernen so die Welt zu entdecken.


Diese Funktion ist nicht nur lebensbereichernd sondern lebensnotwendig.

Fasst du auf eine heiße Herdplatte und merkst es nicht, hast du schlechte Karten.

Fazit: Ohne unsere Haut wäre das Leben nur halb so schön. Sonne auf der Haut, Sand unter den Füßen und die Zärtlichkeit einer Berührung sind ein Geschenk.


In diesem Sinne: Auf dich und das Wunder, das du bist!


- Jella Lorenz