Körperkolumne Teil 2 - Das Bindegewebe

Wir, unser Körper und Geist, sind ein wahrhaftiges Meisterwerk. Wir als Menschheit sind weit davon entfernt die Komplexität unseres Körpers wirklich zu verstehen, so durchdacht und ineinander verwoben wurden wir von der Natur kreiert.

Wie oft kritisieren wir unseren Körper, beschweren uns über ihn oder kämpfen gegen ihn an: die enge Hose, die nicht passt, der Pickel im Gesicht oder einfach die Tatsache, dass unser Körper nicht endlos Höchstleistung bringen kann.

Dabei ist eins außer Frage: unser Körper ist Loyalität in Person, denn so lang wir leben, arbeitet unser Körper IMMER für uns.

In der Körperkolumne tauchen wir jeden Monat kurz, knackig und tief in deinen Körper ein, damit du dich erinnern darfst: Du bist ein Wunder der Natur!

Heute geht es um dein Bindegewebe.

Hört sich erstmal unspektakulär an und das erste, was einem einfällt ist die Cellulite am Oberschenkel oder die neue Falte, die sich letzte Woche auf einmal im Spiegel gezeigt hat. Aber wenn man sich überlegt, dass wir ohne dieses allumfassende Geflecht nur ein Haufen Zellen wären, ohne Form und Struktur, sieht die Sache schon anders aus. Dein Bindegewebe, oder in moderner Sprache Faszien, wurde in der Medizin lange Zeit als eine nette aber funktionslose Nebenerscheinung angesehen und in Seziersälen hemmungslos wegpräpariert. Bis jemand auf die Idee gekommen ist, dass es in dieser bewunderswerten Komplexität unseres Körpers nichts, aber auch gar nichts überflüssig und funktionslos ist. Dein Bindegewebe ist ein dreidimensionales Netzwerk, das von den kleinsten Zellen bis hin zu grossen Organen alles umhüllt und somit deinen kleinen Zeh mit deinem Haarscheitel verbindet. Es schenkt unserem Körper Stabilität und Mobilität, das gilt für Bewegungen unserer Gelenke ebenso wie inherente Bewegungen unserer Organe, die unabdingbar sind für unsere Gesundheit. Mit anderen Worten: Kann dein Darm sich nicht frei bewegen, kann sich dies beim Klogang zeigen.

Eigentlich ist dein Bindegewebe sogar noch viel mehr als ein bloßes Bindeglied, nämlich das größte (Sinnes-)Organ deines Körpers!

Millionen von Rezeptoren nehmen physische und emotionale (!) Reize in deiner inneren und äußeren Umgebung wahr und lassen das Bindegewebe darauf reagieren - dazu gehört die letzte Yogastunde oder der Stress mit dem Chef. Diese Verbindung ist wechselseitig - schau mal, wie es sich anfühlt, wenn du dich körperlich a) klein machst, verschließt und zusammenkauerst oder b) groß aufrichtest und dich, Brust nach vorn, öffnest.

Die Gesundheit des Bindegewebes ist also unabdingbar für deine Gesundheit - auf allen Ebenen.


In diesem Sinne: Auf dich und das Wunder, das du bist!